HomeRat & TatGesundheit & ÄrzteBehinderte und die Leistungsabrechnung bei den Kassen

Behinderte und die Leistungsabrechnung bei den Kassen

Behinderte haben besondere Bedürfnisse, welche leider oftmals nicht ohne Weiteres von den Kassen übernommen werden.

Bei den gesetzlichen Krankenkassen gibt es einen offiziellen Katalog (Leistungskatalog der GKV) an Regelleistungen, welche als Patient abgerufen werden können. Darüber hinaus bieten einige Kassen zusätzliche Leistungen für ihre Patienten im Bereich der Homöopathie zum Beispiel an. Immer notwendig ist eine ärztliche Verordnung. Die Hilfsmittel, Medikamente sind dann immer über ein Sanitätshaus oder eine Apotheke zu beziehen. Online-Bestellungen sind bislang nicht zugelassen. Manchmal schränken die Kassen sogar ein, bei welchem Sanitätshaus die Hilfsmittel zu bestellen sind.

 

Leistungen, die somit nicht im Regelkatalog enthalten sind, müssen selber aufgebracht werden. Allerdings kann geprüft werden, ob man gegen einen ablehnenden Bescheid der Krankenkasse Widerspruch einlegt.

Weiter ist zu prüfen, ob einzelne Leistungen wiederum über eine Pflegestufe abgerechnet werden können.

Bleibt dann immer noch ein Selbstbehalt können der Landschaftsverband (Integrationshilfe für Behinderte aller Städte, Kreise im Rheinland) oder gegebenenfalls eine Stiftung die Kosten übernehmen, wenn dieses dem Einzelnen sonst finanziell schwer fällt.

Die privaten Krankenkassen dagegen schließen einen Vertrag mit dem einzelnen Versicherten. Nur die Leistungsmerkmale, die in der Versicherung aufgeführt sind, sind mithin seitens der Kasse geschuldet. Nicht selten kommt es zum bösen Erwachen, wenn auf einmal der besondere Rollstuhl nicht im Versicherungsumfang enthalten ist. Ein solcher Rollstuhl kann schnell 6.000 EUR kosten. Dann kann man entweder mit seiner Krankenkasse in Verhandlung treten, damit diese doch die Kosten übernimmt. Oder auch hier schließt sich die Prüfung an, ob der Landschaftsverband in NRW die Kosten übernimmt oder gar eine Stiftung für die Kosten aufkommt.

Schwierigkeiten bereitet auch, wer die Kosten bei Verschleißteilen zum Beispiel an einem Rollstuhl übernimmt. Oftmals wiegeln die Kassen hier ab, obwohl Verschleißteile gerade nicht von der Garantie umfasst sind. Hier sollte bei der Verordnung mit dem Arzt und der Krankenkasse geklärt werden, inwieweit zudem ein Wartungsvertrag mit dem Hersteller des Rollstuhls geschlossen werden kann und inwieweit die Krankenkasse diese Kosten trägt.

Rechtsanwältin Maren Jackwerth, www.kanzlei-jackwerth.de

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