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Arzthaftungsrecht, der richtige Sachverständige

Der medizinische Sachverständige im Arzthaftungsprozess

Beim Arzthaftungsrecht wird ein Behandlungsfehler geltend gemacht. Liegt ein solcher vor, kann der Patient Schadenersatz geltend machen. Hierbei ist die Beweisbarkeit entscheidend. Mithin müssen Krankenakten, Arztberichte, Zeugen ausgewertet werden. Oftmals muss bei Gericht ein Sachverständiger zu Rate gezogen werden. Ein medizinischer Sachverständiger ist ein Mediziner mit Approbation und wird seitens des Gerichts gemäß § 404 I ZPO bestimmt. Aber die Parteien können gem. § 404 III ZPO sich auch auf einen Gutachter verständigen, an den das Gericht dann gebunden ist. Und das kann durchaus sinnvoll sein. Leider wird davon viel zu wenig Gebrauch gemacht.

Mangels besonderer Kenntnis wendet sich der Tatrichter oftmals nur an die zuständige Ärztekammer, die dann einen örtlich ansässigen Sachverständigen benennt, der zu nah dran am Geschehen ist, da er den verklagten Mediziner kennt und zum Teil nicht die notwendigen Spezialkenntnisse hat, auf die es im konkreten Fall ankommt. Denn der Sachverständige muss zwingend das gleiche Fachgebiet bekleiden und darüber hinaus muss er hohe wissenschaftliche Kenntnisse haben und die darüber hinaus allgemein gültigen Standards im Heilberuf kennen.

 

Wichtig ist, dass der Sachverständige das Neutralitätsgebot achtet und sich strikt an den Fall losgelöst vom Verursacher selber hält und diesen Fall dann bewertet.

 

 

Das Gutachten des Sachverständigen besiegelt den Prozeßverlauf, da nur er die Beweiskette schließt, inwieweit ein ärztliches Handeln einen Schaden kausal verursacht hat. Denn nur ein Schaden, konkret verursacht von einem Arzt, kann zu Ansprüchen auf Schadensersatz und Schmerzensgeld führen. Das ärztliche Handeln kann hierbei durch ein Tun oder auch durch ein Unterlassen erfolgen. Der Sachverständige muss somit die Patientenakte  und die umfassende Dokumentation durch den Arzt nachvollziehen. Weiter muss der Arzt den Patienten umfassend aufgeklärt haben, die Operationsabläufe müssen dem aktuellen Stand der Zeit entsprechen. Und dann muss der Sachverständige gewichten, ob der aufgetretene Behandlungsfehler ursächlich war für die Behandlungsfolgen.

Rechtsanwältin Maren Jackwerth

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