HomeRat & TatTodesfall & BestattungKrematorien verkaufen Edelmetalle

Krematorien verkaufen Edelmetalle

Nach der Einäscherung werden Metallreste verkauft

Foto Todesfall UrneJede Kommune geht mit den Metallen nach einer Einäscherung unterschiedlich um. Da die Angehörigen die Edelmetalle meist nicht anfordern, verkauft zum Beispiel das Krematorium in Bochum die Metallreste an einen Verwerter. Die dadurch im vergangenen Jahr erwirtschafteten 100.000 EUR flossen dem Gebührenhaushalt des Krematoriums zu.
Der Geschäftsführer des Bundesverband der Bestatter, Herr Rolf Lichtner, sieht darin den Ruf der Branche gefährdet. Rein rechtlich gehören die Edelmetalle den Erben des Verstorbenen. Entsprechend der Gesetzeslage müsste sonst alles bestattet werden, sollten die Angehörigen von ihrem Aneignungsrecht keinen Gebrauch machen. Ansonsten fordert Herr Lichtner  unter Einbindung der Erben ein neues Gesetz, welches klar regelt, wie die einzelnen Krematorien mit den Metallen verfahren dürfen.


Essen und Bochum haben bereits reagiert und arbeiten an einem Passus der dem Vertrag zur Einäscherung bei dem Bestattungsunternehmen beigefügt werden soll. Damit geben die Angehörigen dann durch die Vertragsunterzeichnung ihr Einverständnis, dass der Gegenwert bei den Krematorien abgeführt wird und im Endeffekt zum Beispiel für die Pflege anonymer Gräber verwendet wird. Einige Kommunen verringern durch den Rückfluss der Gegenwerte an die Krematorien auch den Preis für eine Einäscherung, dieses allerdings verstößt gegen die bestehenden Richtlinien der internationalen Krematoriums-Vereinigung, wonach nur gemeinnützige Zweck mit den Gegenwerten unterstützt werden dürfen.

Rechtsanwältin Maren Jackwerth, www.kanzlei-jackwerth.de

Go to top